Auf dieser Seite möchte ich euch Reiseberichte von Freunden und Bekannten vorstellen. Den Anfang (und ich sage Danke für seine Mühe) machen Norbert und Heidi. Sie erlebten Texas auf 4 Rädern. Viel Spaß beim lesen.

Im Chevrolet HHR 2519 Meilen ( 4030,4 km) “on the road through Texas”

Eigentlich hat uns das große Abenteuer gelockt, einmal selbst durch Texas zu fahren. Auf der anderen Seite hätten wir alles gar nicht erreichen können, ohne selbst zu fahren. Also mussten wir uns schon kümmern. Wir waren zuvor schon verschiedene male in den USA, auch schon 2-mal in Texas und kannten somit schon die Verhältnisse und Bedingungen. Es war nicht alles neu, was wir zu erwarten hatten.
Der Mietwagen wurde bereits in Deutschland gebucht und auch alles andere, was noch dazu erforderlich ist, wurde hier klargemacht und auch bezahlt. Wir brauchten also nur noch das Auto, keine weiteren Versicherungen auch sonst weiter nichts. Nach unserer Ankunft in Dallas wurden wir bei der Autovermietung ALAMO nachdem die Formalitäten erledigt hatten, in eine riesige, und ich meine auch riesige Halle geschickt, wo wir uns nun ein Auto in der von uns gewählten Kategorie auszusuchen hatten. Es war kein Mensch zu sehen, nur Autos, keine Beratung, keine Einweisung und keine Möglichkeit Fragen zu stellen, die man gern beantwortet gehabt hätte. Kurz entschlossen entschied sich Heidi für einen Chevrolet HHR, den wir dann auch nahmen. Der Schlüssel steckte und los ging’s. Nur am Ausgang stand eine kleine Hütte, wo wir ein- oder ausgescannt wurden. Übrigens, alle Autos hier haben nur Automatik! 


In einem Land, wo Jugendliche schon ab 16 Jahre Auto fahren und der Führerscheinerwerb Bestandteil des Schulunterrichtes ist, erübrigt sich sicher eine Einweisung in die Besonderheiten eines Autos.
Na ja, „do it yourself“ und „learning by doing“ war gefordert, aber bald kannten wir auch die einzelnen Knöpfchen und Hebelchen am Chevy. So schlimm ist das ja alles nun auch wieder nicht. Unser normaler Führerschein reichte hier für einen Touristen völlig aus. Wichtig war jedoch, dass eine Kopie der Versicherung des Fahrzeuges durch die Autovermietung ständig im Handschuhfach mitgeführt wird und bei Bedarf der Polizei vorzuweisen ist.
Eine Kreditkarte, wie VISA z.B. sollte man schon haben. Tanken erfolgt mit dieser Karte direkt an der Säule. Hier gibt es den Kraftstoff , auch die Quittung, und wer nicht noch erwas kaufen will, muss überhaupt nicht in die Tankstelle hineingehen.
In Texas gibt es, wie in den anderen Saaten der USA auch, Straßen mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Diese richten sich nach der der Beschaffenheit und der Notwendigkeit ihrer Benutzung. Hier die wichtigsten:
Die wichtigsten und am besten ausgebauten Straßen sind die
“Interstate Highways“ mit der Bezeichnung „I“. Diese sind vergleichbar mit unseren Autobahnen. Es gibt keine Ampel und keine Kreuzungen und sind oft mehrspurig. Es gibt in den USA folgendes System der Benennung. Ist der Verlauf von Ost nach West haben diese Straßen gerade Nummern. Verlaufen diese Straßen von Nord nach Süd haben diese ungeraden Nummern. Weiterhin beginnt die Zählweise im Süden und geht dann zum Norden der USA. Die Nummern sind in jedem Falle zweistellig. Als Beispiel verläuft die I 10 über Houston – San Antonio – El Paso, also von Ost nach West. Die nördlichste I in Texas ist die I 40, die über Amarillo führt und sich auf dem ehemaligen Verlauf der historischen Route 66 befindet. Die I 35 kommt von Laredo und verläuft über San Antonio – Austin – Waco und nennt sich so I 35 N (N für Nord). In umgekehrter Richtung würde diese dann I 35 S heißen. Nun gabelt sich diese Interstate in zwei Richtungen. Einmal nach Dallas und einmal nach Fort Worth. Damit man auch die richtige Bahn erwischt, heißt nun die nach Dallas I 35 N – E (E für East) und die nach Fort Worth dementsprechend I 35 N – W (W für West).
Neben den Interstates verlaufen die so genannten „Service Roads“, die man oft zum Auf- und Abfahren benötigt.
Man sollte in den USA auch schon die Richtung kennen, in der man fahren möchte, denn eine namentliche Ausschilderung, wie wir es hier in Deutschland kennen, gibt es dort nicht. Dafür befindet sich im Rückspiegel der Fahrzeuge, zumindest in meinem Chevy HHR war das so, ein Kompass, der N- S- O-W anzeigt. Ich hielt das für wichtig und auch nützlich. An Auffahrten steht dementsprechend auch nur I 35 S oder I 35 N und ob man in Richtung Süden oder Norden möchte, sollte man schon wissen. Die Ausfahrten sind fortlaufend nummeriert, und so ist es kein Problem, richtig abzufahren, wenn man sich vorher die Nummer der Ausfahrt rausgesucht und gemerkt hat. Hört sich zunächst kompliziert an, ist es aber überhaupt nicht. Noch eins, im Gegensatz zu Deutschland sind die Spuren wie einzelne Fahrbahnen anzusehen. Also ein Rechtsfahr-Gebot gibt es hier nicht. Überholt wird in jeder Spur, auch rechts. Da hier nicht gerast wird, ist das Fahren eher stressfrei, wenn nicht sogar zeitweise langweilig. Als Neuling sollte man eher nicht versuchen, rechts zu fahren, weil dieser Spur oft die Spur für die Ausfahrt wird und man sonst abfahren muss, obwohl man es noch gar nicht möchte. Wobei zu weit links ist auch nicht angebracht, wenn man dann abfahren muss, muss man ja schließlich nach rechts rüber kommen, was in der „Rush hour“ schon einige Probleme mit sich bringen könnte.


Der Straßenzustand ist unterschiedlich, aber nicht unbedingt schlecht, teilweise sogar ausgezeichnet. Bis auf ein paar Hauptverbindungen ist der Verkehr auf den „Interstates“ eher verhalten, nimmt dafür aber in Städten und Ballungsgebieten erheblich zu.
„State Highways“, „State Loops oder Spurs“, „Park Roads“, Recriational Roads“ sind vergleichbar mit unseren Straßen auch und haben bis auf die unterschiedliche
Bezeichnungen keine nennenswerten Unterschiede. Hier gibt es Ampeln, Kreuzungen und all das, was wir hier in Europa auch kennen. Das Fahren unterscheidet sich nicht viel und ist nach sehr kurzer Eingewöhnung gut zu bewältigen. Nur so viele Verkehrszeichen wie in Deutschland gibt es nicht (habe ich jedenfalls nicht bemerkt) und das „wer von rechts kommt hat Vorfahrt gibt es an Kreuzungen gleichrangiger Straßen“ auch nicht. Hier fährt weiter, wer als Erster an der Kreuzung erschienen ist. Das geht, und zwar sehr gut! Es steht hier an jeder Straßeneinmündung das Schild mit dem „Yield“ vergleichbar mit unserem Vorfahrt beachten.
„Farm or Ranch Roads“ sind die unterste Kategorie der Straßen. Sie sind oft nicht befestigt, also „unpaved roads“ und für Mietfahrzeuge somit auch nicht zu benutzen. Hier sollte man sich unbedingt vorher den Vertrag ansehen, bevor man diese Straßen benutzt.


Ich meine aber, dass ein Tourist wohl kaum in die Verlegenheit kommt, solche Straßen zu nutzen. Ich möchte mal eine Anfahrtsbeschreibung oder Wegbeschreibung einfügen, die wir von einem Freund erhielten, den wir in der Nähe von Abilene besuchten:
Take Interstate 20 West out of Dallas through Fort Worth.  You will travel
over 2 hours on Interstate 20.
Take Exit #307 (also marked Hwy 283) just before you get in to Baird.  At
this point you are still about 30 minutes from our house.  If the
instructions below are confusing, you can call us and we can meet you at
this exit.
Turn left on Hwy 283 in Baird and go 12 miles to Hwy 36.
Turn right on Hwy 36 and go 8 miles to Farm Rd 604.
Turn left on Farm Rd 604 and travel 6 miles to Farm Rd 1178.
Turn right on Farm Rd 1178 and go 1 mile to CO RD 225 (county road).  CO RD
225 is a dirt road, not paved, and only goes left.
Turn left on CO RD 225 and go about 1 mile.  Our house is a two story,
brown brick house with a metal roof  that sits fairly close to the road on
the right.  We have no fence or gate.
Ich glaube, hier steckt das gesamte Wissen über die Texas Straßen drin. Mehr braucht man auch nicht zu wissen, und wer das umsetzen kann, kann getrost in Texas mit dem Auto fahren.
Nun noch ein paar kleine Bemerkungen. Man sollte es möglichst vermeiden, bei der Polizei aufzufallen. In den USA sind die „Police Officers“ Autoritäten und nicht mit anderen uns hier bekannten Personengruppen zu verwechseln.
Alkohol am Steuer sollte man grundsätzlich unterlassen, selbst eine angebrochene Flasche mit Alkohol im Fahrzeug kann schon zu gewaltigem Ärger führen. Selbstverständlich sollte man sich auch an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten. Wie uns unser Freund Sheriff Graves sagte, ist hier bei groben Verstößen selbst eine Inhaftierung von bis zu vier Tagen nicht ausgeschlossen.


Nähert sich ein Polizeifahrzeug mit Blau- oder Rotlicht hinter dem eigenen Fahrzeug ist grundsätzlich anzuhalten und im Fahrzeug sitzen zu bleiben.
Dabei sind die Hände sichtbar auf den Lenker oder das Armaturenbrett zu legen. Die Polizisten nähern sich von hinten dem eigenem Fahrzeug und geben dann die erforderlichen Anweisungen. Hier sollte man nichts ohne Anweisung der Polizisten machen! Aber nur keine Angst, wer nichts getan hat, hat auch hier nichts zu befürchten.
Eine besondere Stellung im Straßenverkehr nehmen in den gesamten USA die Schulbusse ein. Diese sind alle gelb und zweifelsfrei durch ihre sonstige Ausstattung als Schulbusse zu erkennen. Brennen hinten die Blicklichter, sind diese Busse auf keinem Fall zu überholen, es darf auch nicht daran vorbei gefahren werden.
Fast in jeder größeren Stadt findet man hier „Tourist-Information Center“ oder“ Travel Office“. Diese Einrichtungen sind auf das Beste ausgestattet, man bekommt hier kostenlos neben Informationen, Landkarten, Prospekten auch eine persönliche Beratung zu allen interessierenden Fragen. Wir haben mit diesen Einrichtungen und ihren Mitarbeitern (hin und wieder sogar deutschsprachig) immer sehr gute Erfahrungen gemacht.
Als ADAC-Mitglied sollte man sich bei seinem Club über die Vereinbarungen mit dem AAA (American Automobile Association) informieren, sich das gute Kartenmaterial und die Landesinformationen zuschicken lassen. Sicher kann man auch hier mit „Show your Card” den einen oder anderen Vorteil (Nachlässe bei Übernachtungen, Eintrittsgeldern usw.) erhaschen.
Questions – no questions!?
Also dann!
Keep on Trucking in Texas?

Heidi und der graue Wolf
12. 09. 2008